Kerzen brennen. Psalmen erklingen. Alte Texte erzählen von Angst, Verlust und Verlassenheit. Dann verlischt ein Licht nach dem anderen.
Die Karmette gehört zu den eindrucksvollen Gebetsformen der Kar- und Ostertage. Sie versucht nicht, die Dunkelheit vorschnell zu vertreiben. Klage und Schweigen dürfen ihren Platz haben. Ostern ist noch nicht da.
Am Karfreitag beginnen wir mit einem kurzen Impuls zu Herkunft und Bedeutung dieser besonderen Form der Tagzeitenliturgie. Im Mittelpunkt steht anschließend jedoch nicht das Reden über die Karmette, sondern ihr Erleben: Psalmen und Lesungen, Gesang und Stille, Licht und Dunkelheit prägen diesen Morgen.
Am Karsamstag setzen wir den begonnenen Weg fort. Ohne erneute ausführliche Einführung feiern wir eine zweite Karmette und lassen uns auf die besondere Spannung dieses Tages ein: Christus liegt im Grab. Noch ist es still. Noch brennt kein Osterfeuer. Noch heißt Hoffnung vor allem: warten.
Die beiden Morgen können gemeinsam besucht werden; auch die Teilnahme an einem einzelnen Termin ist möglich.
Ein ungewöhnlicher Zugang zu Karfreitag und Karsamstag - und eine Einladung, auch der Dunkelheit einen Platz im Gebet zu geben.