Im 1. Jahrhundert gab es noch kein "Christentum", das sich selbst als solches bezeichnete und verstand. Der Vortrag versucht die Entwicklung nachzuzeichnen, die von einer innerjüdischen Gruppierung über innerjüdischen Streit zur Entstehung eines nicht mehr jüdischen Christentums in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts führt. Dieses Christentum bestimmt seine Identität sofort in schärfster Abgrenzung zum Judentum. Von daher hat das Christentum den Geburtsfehler, judenfeindlich zu sein. Wie ist damit heute umzugehen? Was könnte es positiv für die Christlichkeit des Christentums austragen, wenn die in seinen grundlegenden biblischen Schriften ihm vorgegebene Jüdischkeit wahrgenommen wird?
Biographisches:
Prof. Dr. Klaus Wengst studierte evangelische Theologie und war in Bonn und Bochum Professor. 1991 hatte er einen Studienaufenthalt an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit August 2007 ist er pensioniert. Er war Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag.
Letzte Veröffentlichungen:
Gott im Wort. Theologie des Neuen Testaments: ein Widerhall der jüdischen Bibel, Gütersloh 2025.
Vom Nutzen des Lesens rabbinischer Texte für die Auslegung des Neuen Testaments, Franz-Delitzsch-Vorlesung 2021, Heft 21, Münster 2022.
Wie das Christentum entstand. Eine Geschichte mit Brüchen im 1. und 2. Jahrhundert, Gütersloh 2021.
Der Vortrag wird veranstaltet von der Evangelischen Kirchengemeinde Brannenburg, dem Pfarrverband Brannenburg-Flintsbach und dem Orden der Teresianischen Karmeliten (Deutschland) in Kooperation mit dem Pfarrverband Oberes Inntal, dem Bildungswerk Rosenheim e.V. Kath. Erwachsenenbildung und der Dietrich Bonhoeffer Akademie - Evangelisches Bildungswerk gGmbH
Eintritt frei
ohne Anmeldung